WDCS gegen Walfang
“Das ist die Geschichte von Jenny,
Jenny ist 12 Jahre alt, sie ist eine hervorragende Schwimmerin und liebt das Wasser. Eines Tages als sie schwimmt, beobachten sie 3 Männer von einem Boot aus. Jenny bemerkt das nicht. Sie schwimmt, sie taucht, das liebt sie. Jenny ist glücklich, sie ist in ihrem Element. Die Männer sind jetzt ganz nah bei ihr, sie versucht weg zu schwimmen, doch die Männer sind schnell. Plötzlich ein lauter Knall. Ihr Körper krümmt und windet sich, sie schreit laut. Jenny weint verzweifelt, sie blutet. Ihre qualvollen Schreie hört niemand. Außer ihr Töchterchen Lena, ein kleiner Wal den die Männer nicht entdeckt haben, aber Lena kann ihrer Mutter nicht helfen, du schon!”

Auge in Auge mit einem Grauwal / Lucy Molleson, © WDCS
Die WDCS (Whale and Dolphin Conservation Society) haben sich dem schutz der Wale und Delphine verschrieben. Neben Kampagnen unterstützt die WDCS Feldforschungs-Projekte und ist seit vielen Jahren bei zahlreichen internationalen Konferenzen vertreten, so zum Beispiel bei der Internationalen Walfangkommission (IWC). Weltweit werden jährlich mehr als 40 Schutzprojekte auf allen Kontinenten in Kooperation mit der lokalen Bevölkerung durchgeführt – die Philosophie der WDCS basiert auf der Zusammenarbeit mit Menschen im Projektland.
Die WDCS ist in allen international relevanten Gremien für den Schutz der Meeressäuger vertreten und konnte zahlreiche Erfolge und somit Verbesserungen für Wale und Delfine erwirken. Darüber hinaus ist die Whale and Dolphin Conservation Society an der Entwicklung regionaler Schutzabkommen beteiligt und ist Gründungspartner der “Bonner Konvention”, dem Übereinkommen zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten. Quelle
→Walfang FAQs →Wal- und Delfinführer der WDCS
Gefährdungsfaktoren für Wale und Delfine

Bejagung Das weltweite Walfangmoratorium trat 1986 in Kraft, aber dennoch töteten Japan, Island und Norwegen seither unter wechselnden Vorwänden mehr als 30.000 Wale. Überdies werden in verschiedenen Küstengemeinden lokale Treibjagden durchgeführt, denen jedes Jahr weitere tausende Wale und Delfine zum Opfer fallen. Für weitere Informationen, klicke hier.
Beifang Nichts tötet heute weltweit mehr Wale und Delfine als das Fischereigerät: Netze, Leinen, Haken etc. Es gibt keinen Ozean, kein Meeresgebiet und nicht einmal einen Fluss, wo dies nicht eines der Hauptthemen ist. Jahr für Jahr sterben hunderttausende Wale und Delfine als Folge von Fischereiaktivitäten. Für weitere Informationen, klicke hier.
Schiffskollisionen Wale und Delfine sind meist in der Lage, Schiffen auszuweichen. Durch die stetige Zunahme des Verkehrs mit immer schnelleren Schiffen steigt aber die Unfallgefahr. Bei Kollisionen können Wale und Delfine lebensgefährlich verletzt oder sogar unmittelbar getötet werden. In manchen Gebieten kommt es schon so häufig zu Schiffskollisionen, dass sie eine Bedrohung für das Überleben gefährdeter Arten oder Populationen darstellen. Für weitere Informationen, klicke hier.

Klimawandel Mehrere Folgen des Klimawandels können verschiedene Wal- und Delfinarten in Bedrängnis bringen. Dazu gehören etwa Änderungen der Wassertemperatur, die Aussüßung des Salzwassers, ein Anstieg des Meeresspiegels oder der Verlust der Eislebensräume in den Polarregionen und die damit verbundenen Rückgänge in der Nahrungsverfügbarkeit. Für weitere Informationen, klicke hier.
Chemische Verschmutzung Die chemische Umweltverschmutzung hat viele verschiedene Quellen: Einleitungen häuslicher und industrieller Abwässer in Flüsse und Meere, Sickerwasser aus Mülldeponien, Deposition aus der Atmosphäre, Unfälle und Schiffsabwässer, Ölbohrplattformen, Minen und nicht zuletzt Dünge- und Spritzmittel aus der Landwirtschaft. Da die Waltiere im marinen Nahrungsnetz ganz oben stehen, sind sie diesen Schadstoffen, die sich in der Nahrungskette anreichern, stark ausgesetzt. Mögliche Folgen sind erhöhte Krankheitsanfälligkeit und verminderte Fortpflanzungsfähigkeit.

Lärmverschmutzung Von all ihren Sinnen ist es das Hören, auf das Wale und Delfine am stärksten angewiesen sind. Aber in den Meeren hat sich der Hintergrundlärm in jedem Jahrzehnt seit 1950 beinahe verdoppelt. Die Lärmverschmutzung hat eine Bandbreite negativer Folgen, von der Übertönung wichtiger Geräusche bis hin zu direkt tödlichem, sehr starkem Lärm. Für weitere Informationen, klicke hier
Störung durch Menschen Störungen können verschiedene Ursachen haben: industrielle Aktivitäten auf See, militärische Manöver oder Einsätze, Freizeit- und Handels-Schiffsverkehr, Flugzeuge und sogar die Wal- und Delfinbeobachtung. Die meisten (Profi- und Freizeit-)Kapitäne verhalten sich vorsichtig und verantwortungsvoll gegenüber den Meereslebewesen, aber mancherorts werden freilebende Wale und Delfine von Booten verfolgt und wiederholt gestört. Wenn die Tiere ihr Verhalten in Bezug auf Nahrungssuche, Rast, Jungenaufzucht etc. nicht mehr ausführen können, hat das nicht nur kurzfristige Auswirkungen, sondern kann langfristig die Gesundheit und das Wohlergehen von Individuen und Populationen untergraben.
Lebensraumzerstörung Hierunter fallen negative Veränderungen der Lebensräume, etwa durch Landgewinnung, Verbauungen an Küsten oder Störungen durch industrielle Aktivitäten, die mit einer direkten Nutzung des Meeresbodens verbunden sein können. Die Folge ist, dass die betroffenen Gebiete nicht mehr als Lebensräume für Wale und Delfine geeignet sind, bzw. dass die Wale und Delfine ihre bevorzugten Habitate nach einer Verschlechterung aufgeben müssen. Für weitere Informationen, klicke hier.
Nahrungsverknappung Die Fischerei kann die für Wale und Delfine verfügbare Nahrung vermindern, und zwar quantitativ und qualitativ (indem wir z.B. die nahrhafteren Fische auf unsere Tische holen). Auch der Klimawandel könnte zu Veränderungen in der Nahrungsverfügbarkeit führen. Manche Wale und Delfine mögen in der Lage sein, sich anzupassen und auf andere Nahrungsquellen auszuweichen. Andere aber, denen nur geringerwertige oder gar keine Alternativen zur Verfügung stehen, werden unter der Veränderung leiden.
Müll Direkt oder über Umwege ins Meer gelangter Müll kann Walen und Delfinen auf mehrfache Weise schaden. Sie können sich darin verfangen (etwa in weggeworfenen Fischernetzen) oder sie können ihn mit Nahrung verwechseln und z.B. Plastikbeutel aufnehmen, die dann den Verdauungstrakt der Tiere verstopfen und so zum Tod führen.
Gefangenschaft Waltiere für die Delfinarien-Industrie zu fangen, hat unabsehbare Folgen für die betroffenen Populationen und kann sogar das Überleben mancher Arten bzw. Populationen gefährden. Die Tiere werden aus ihrem Familienverband gerissen und teilweise tausende Kilometer weit transportiert, um einem Publikum vorgeführt, in Shows verwendet oder betatscht zu werden. Dementsprechend ist die Lebenserwartung der Gefangenen oft gering. Weitere Informationen über die Arten und Populationen, die von den Delfinarien ins Visier genommen werden, sowie über die Auswirkungen von Fang und Gefangenschaft auf die einzelnen Tiere findest du hier.
Quellen: www.wdcs.org & wdcs.org/species
Keine Kommentare »
RSS feed for comments on this post. TrackBack URL






