Tiere

Das unbekannte Leben der Kühe

©Hannana/Pixelio.de

Kühe sind intelligente, neugierige Tiere, die gerne Probleme lösen und sich mit ihrer Umgebung austauschen. Sie verfügen über ein Langzeitgedächtnis und sind imstande, voneinander zu lernen, genau wie Menschen.

Eine Kuh, die zufrieden wiederkäut, mag vielleicht aussehen wie Susi Sorglos, aber hinter diesen großen braunen Augen, die schon der griechischen Göttin Hera den wundervollen Beinamen „die Kuhäugige“ für ihre Schönheit gaben, geht eine Menge vor. Kühe sind genauso verschieden wie Hunde, Katzen und Menschen: Manche sind klug, andere lernen eher langsam. Manche sind kühn und auf Abenteuer aus, andere sind schüchtern und zurückhaltend. Manche sind freundlich und besonnen, andere großspurig und verschlagen. Nach Angaben der Öko-Farmerin Rosamund Young, Autorin des Buches The Secret Lives of Cows (Das geheime Leben der Kühe), können Kühe “hochintelligent, mäßig intelligent oder begriffsstutzig sein; freundlich, besonnen, aggressiv, fügsam, erfindungsreich, langweilig, stolz oder schüchtern.”

Aber Kühe weisen nicht nur eine ausgeprägte Persönlichkeit auf, sondern sind, so die jüngste Forschung, auch sehr intelligente Tiere mit einem Langzeitgedächtnis. Tierverhaltensforscher haben herausgefunden, dass Kühe auf sozial komplexe Weise interagieren, im Laufe der Zeit Freundschaften entwickeln, zuweilen Kühen grollen, die sie schlecht behandelt haben, und innerhalb ihrer Herden soziale Hierarchien bilden. Sie verfügen über eine Vielzahl an Emotionen und die Fähigkeit, sich über die Zukunft Sorgen machen zu können.

Tiere mit Grips

©Bernd Boscolo/Pixelio.de

Kühe lieben Herausforderungen und empfinden es als aufregend, so die Wissenschaftler, eine Aufgabe gelöst zu haben oder ihren Intellekt zu nutzen, um ein Hindernis zu überwinden. in einem Artikel über die Intelligenz von Kühen schreibt ein Reporter, dass “Donald Broom, Professor für Tierschutz an der Cambridge University, den Konferenzteilnehmern vermittelt, wie aufgeregt Kühe werden können, wenn sie ein Problem gelöst haben, das eine intellektuelle Herausforderung war. In einer Studie stellten die Forscher Kühe vor eine echte Herausforderung: Sie mussten herausfinden, wie man eine Türe öffnet, um an Futter zu gelangen. Es wurde ein Elektroenzephalograph eingesetzt, um die Gehirnströme zu messen. ‘Die Gehirnströme zeigten ihre Freude; ihr Puls ging rauf und einige machten sogar einen Luftsprung. Wir nannten es ihren Eureka Moment’, so Professor Broom.”

Die Forschung belegt, dass Kühe ganz eindeutig den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung kennen – ein absolut zuverlässiges Zeichen für das Vorhandensein fortgeschrittener kognitiver Fähigkeiten. So können Kühe beispielsweise lernen, wie man einen Hebel betätigt, um einen Trinkbrunnen zu aktivieren, wenn sie durstig sind, oder mit dem Kopf einen Knopf drückt, um an Getreide zu gelangen, wenn sie Hunger haben. Wie Menschen und andere Tiere lernen auch Kühe schnell, Dingen fernzubleiben, die ihnen wehtun, wie z.B. Elektrozäunen und bösartigen Menschen.

Aufgrund ihrer komplexen sozialen Interaktionen besitzen Kühe auch die Fähigkeit, voneinander zu lernen, ein weiteres Anzeichen für ihre Intelligenz, die vergleichbar ist mit der eines Hundes und etwas höher angesiedelt als bei einer Katze. Nach Angaben der Humane Society of the United States (Amerikanischer Tierschutzbund), lernt der Rest einer Kuhherde daraus, wenn eine einzelne Kuh an einem Elektrozaun einen Schlag bekommt, und wird ihn folglich meiden. Nur ein kleiner Teil der Herde wird daher jemals einen Schlag bekommen.

Das unbekannte Leben der Schweine

©Thommy Weiss/Pixelio.de

Wissenschaftler, die das Verhalten von Schweinen beobachtet haben, sind der Meinung, dass Schweine die intelligentesten Tiere (abgesehen von Primaten) sind. Schweine übertreffen Primaten sogar in einigen intellektuellen Bereichen.

Der ehemalige US-Präsident Harry Truman sagte einst: “Kein Mann sollte Präsident werden dürfen, wenn er Schweine nicht versteht.” Die meisten Menschen wissen nur sehr wenig über diese faszinierenden Tiere. Tatsächlich sind Schweine neugierige, einfühlsame Tiere, von denen man annimmt, dass sie über eine Intelligenz verfügen, die über die eines durchschnittlichen 3 Jahre alten Menschenkindes hinausgeht. Sie sind klüger als Hunde und genauso freundlich, loyal und liebevoll. In ihrer natürlichen Umgebung, also nicht in der Intensivhaltung, sind sie sozial, verspielt und beschützend, gehen Beziehungen miteinander ein, machen Betten, relaxen in der Sonne und kühlen sich im Schlamm ab.

Da die meisten Menschen mit Schweinen eher nicht vertraut sind, dürften sie wohl erstaunt sein zu erfahren, dass sie träumen, ihre Namen erkennen, Videospiele besser spielen als manche Primaten und ein soziales Leben führen, das so komplex ist, wie man es zuvor nur von Primaten kannte. Menschen, die Gnadenhöfe betreiben, beschreiben Schweine häufig anhand ihrer menschlichen Eigenschaften, denn sie haben gelernt, dass Schweine, genau wie Menschen, gerne Musik hören, mit Fußbällen spielen und sich massieren lassen.

Was die Experten sagen

> Professor Stanley Curtis von der Penn State University fand heraus, dass Schweine spielen und hervorragend sind bei Videospielen mit Joysticks. Er beobachtete, dass sie “einer abstrakten Vorstellung fähig sind” und “in der Lage, sich ein Ikon zu merken und sich zu einem späteren Zeitpunkt daran zu erinnern. “Professor Curtis meint, dass “bei den Schweinen sehr viel mehr im Bereich des Denkens und Beobachtens vor sich geht, als wir je vermutet hätten.” Schweine sind viel schlauer als Hunde, so die Wissenschaft, und waren bei Videospielen sogar besser als manche Primaten. Dazu Dr. Sarah Boysen, Curtis’ Kollegin: “Schweine sind imstande, sich mit einer Intensität zu konzentrieren, die ich nie bei einem Schimpansen gesehen habe.”

©Georg Haberecht/Pixelio.de

Schweine bilden komplexe soziale Einheiten und lernen von einander in einer Weise, die wir zuvor ausschließlich bei Primaten beobachtet haben. So bedienen sich Schweine beispielsweise einer schlauen List, um sich gegenseitig auszustechen. Schweine lernen häufig, anderen zum Futter zu folgen, um es ihnen dann wegzuschnappen. Diejenigen, die reingelegt wurden, lernen, ihr Verhalten zu ändern, um so nicht mehr so häufig das Nachsehen zu haben. Und Dr. Mike Mendyl bemerkt, dass Schweine ihre kompetitive Stärke signalisieren können und “diese Information einsetzen können, um offenkundige Aggressionen bei Streitigkeiten um den sozialen Rang zu minimieren”, genau wie viele Primaten (und auch der Mensch). Er erklärt, dass “Schweine ein recht ausgeklügeltes soziales Wettbewerbsverhalten entwickeln können, ähnlich dem, das man von einigen Primatenarten kennt.”

Schweine kommunizieren permanent miteinander. Mehr als 20 ihrer Oinks, Grunzlaute und Quieker wurden für verschiedene Situationen differenziert, vom Werben um ihre Partner bis zur Äußerung von: “Ich hab Hunger!” Dr. Curtis legte einen Ball, eine Frisbee-Scheibe und eine Hantel vor mehrere Schweine und war in der Lage, ihnen beizubringen, darüber zu springen, sich daneben zu setzen bzw. auf Verlangen jeden dieser Gegenstände zu holen, und sie konnten sich noch drei Jahre später an die Gegenstände erinnern.

Schweine verfügen über ein langes Gedächtnis. Wissenschaftler an der University of Illinois haben gelernt, dass Schweine nicht nur bestimmte Temperaturen bevorzugen, sondern auch durch Versuch und Irrtum lernen, wie man die Heizung in einer kalten Scheune einschaltet, wenn man ihnen Möglichkeit dazu gibt, und sie wieder ausstellen, wenn es ihnen zu warm wird. Professor Donald Broom von der Cambridge University Veterinary School meint: “[Schweine] besitzen die kognitive Fähigkeit, sich sehr differenziert zu verhalten. Sogar noch mehr als Hunde und ganz sicher Dreijährige.” Suzanne Held, die die kognitiven Fähigkeiten von sogenannten “Nutztieren” am Zentrum für Verhaltensbiologie der University of Bristol studiert, meint, dass Schweine “richtig gut darin sind, sich zu merken, wo sich Futter befindet, denn in ihrer natürlichen Umgebung ist Futter ungleichmäßig verteilt, und es zahlt sich aus, profitable Futterstellen wiederzufinden.” Neugeborene Ferkel lernen, auf die Stimme der Mutter zu hören und Mütter singen ihren Babies etwas vor, während sie sie säugen.

Schweine sind in Wirklichkeit saubere Tiere.

Stellt man ihnen ausreichend Platz zur Verfügung, sind Schweine sehr darauf bedacht, sich nicht dort zu entleeren, wo sie schlafen oder essen. Schweine “schwitzen nicht wie Schweine”; sie sind vielmehr gar nicht imstande zu schwitzen. Schweine lieben es, im Wasser oder Schlamm zu baden, um sich abzukühlen.

Das unbekannte Leben der Hühner

©Angelina Ströbel/Pixelio.de

Hühner sind neugierige, interessante Tiere, von denen man annimmt, dass sie genauso intelligent sind wie Säugetiere, z.B. Hunde, Katzen und sogar Primaten. In ihrer natürlichen Umgebung, also nicht in der Intensivhaltung, schließen sie Freundschaften und bilden soziale Hierarchien, erkennen einander, lieben ihre Kinder und genießen ein ausgefülltes Leben mit Staubbädern, dem Dösen in Bäumen und vielem anderen.Noch bis vor ein paar Jahren haben nur wenige Wissenschaftler sich Zeit genommen, sich einmal mit der Intelligenz von Hühnern zu befassen, doch Leute, die solche Tiere auf Gnadenhöfen halten, wissen eine Menge Erstaunliches über die Welt der Hühner zu berichten. Es erscheint uns irgendwie seltsam, da wir mit Hühnern nicht so sehr vertraut sind, aber es stimmt, das manche Hühner klassischen Rock lieben, während andere klassische Musik mögen, manche Hühner die Gesellschaft von Menschen genießen, und wieder andere eher reserviert, schüchtern oder sogar etwas aggressiv sind. Genau wie Hunde, Katzen und Menschen steckt in jedem Huhn ein Individuum mit einer ausgeprägten Persönlichkeit. Jetzt beginnen Wissenschaftler, etwas mehr über Hühner zu lernen, und das haben einige von ihnen zu berichten:

Hühner sind so schlau wie Säugetiere

Hühner sind so schlau wie Säugetiere, darunter auch einige Primaten, so die Meinung des Tierverhaltensforschers Dr. Chris Evans, der Leiter des Labors für Tierverhaltensforschung an der Macquarie University in Australien ist und Vorlesungen zu seiner Arbeit mit Hühnern gibt. Er erklärt, dass Hühner beispielsweise imstande sind, zu verstehen, dass kürzlich versteckte Gegenstände noch vorhanden sind, was tatsächlich über die Fähigkeiten eines Kleinkindes hinausgeht. Zur Frage der verschiedenen Fähigkeiten von Hühnern meint er: “Bei Konferenzen erlaube ich mir manchmal, diese Eigenschaften aufzuführen, ohne dabei zu erwähnen, dass es sich um Hühner handelt, und die Leute denken dann, ich rede von Menschenaffen.”

Dr. Joy Mench, Professorin und Leiterin des Center for Animal Welfare an der University of California in Davis erklärt: “Hühner zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Denn darum geht es bei der Pickordnung. Sie können mehr als hundert andere Hühner erkennen und sich an sie erinnern. Sie verfügen über mehr als dreißig Arten an Verständigungslauten. In ihrem Buch The Development of Brain and Behaviour in the Chicken (Die Entwicklung des Gehirs und das Verhalten von Hühnern), kommt Dr. Lesley Rogers, eine Professorin für Nervenkunde und Tierverhalten, zu dem Schluss, dass Hühner über kognitive Fähigkeiten verfügen, die denen von Säugetieren entsprechen.Dr. Christine Nicol von der University of Bristol erklärt: “Hühner haben uns gezeigt, dass sie Dinge tun können, von denen Menschen nicht gedacht hätten, dass sie das könnten. Hühner sind zweifelsohne tiefgründige Tiere.”

Hühner und die Nahrungs- mittelindustrie

©Uschi Dreiucker/Pixelio.de

Hühnern, die für die Nahrungsmittelindustrie aufgezogen werden, enthält man alles vor, was an Verhalten und Bedürfnissen für sie natürlich ist. Sie werden zu Zehntausenden in Hallen eingepfercht, die unvorstellbar nach Ammoniak stinken von all den Exkrementen; man gibt ihnen kaum genug Raum, um sich überhaupt zu bewegen (jeder Vogel hat nicht einmal die Fläche eines normalen Blatt Papiers zur Verfügung). Sie leiden routinemäßig an Knochenbrüchen, weil man sie so gezüchtet hat, dass sie ein Maximum an Gewicht am Körper haben, von der rohen Handhabung (Arbeiter packen die Vögel ohne Rücksicht auf Verluste an den Beinen und stopfen sie in Transportboxen), und vom Aufhängen in Fußhalterungen kopfüber im Schlachthof.

Hühner sind häufig noch bei vollem Bewusstsein, wenn man ihnen die Kehle aufschlitzt oder sie im Brühbad versenkt, um die Federn zu entfernen. Zur Zeit ihrer Schlachtung sind Hühner noch Babies, nicht einmal 2 Monate alt – und das bei einer natürlichen Lebenserwartung von 10 bis 15 Jahren.

Leben und Sterben für die Eierindustrie

Nachdem der Deutsche Bundesrat kürzlich beschlossen hat Hühner für die Eierproduktion weiterhin in Käfigen leiden zu lassen, wirft PETA den Politikern vor, Tiere als bloße Produktionseinheiten einzustufen und der Bevölkerung vorzumachen, wie man Gerichtsurteile missachtet. Denn das höchste deutsche Gericht hat bereits im Jahr 1999 entschieden, dass Hennen scharren, picken, Sand baden und geschützt Eier legen können müssen und dass die Käfighaltung tierschutzwidrig ist.

Zusätzlich werden sämtliche männlichen Küken in den Brütereien vergast, weil sie keine Eier legen. Auf jede der über 40 Millionen deutschen Legehennen kommt also ein vergastes Hahnenbaby. Bis zu 300 Eier legt ein deutsches Huhn im Jahr. Wenn es überhaupt solang überlebt ist es derart ausgemergelt, dass es brutal gepackt, in Kisten gestopft, in den Schlachthof abtransportiert und – oft bei vollem Bewusstsein – als Suppenhuhn geschlachtet wird.

Das unbekannte Leben von Enten und Gänsen

Slicer/Pixelio.de

Ob sie über die glatte Wasseroberfläche eines Sees gleiten oder in perfekter Formation am Himmel schweben, Gänse und Enten sind ein gewohnter Anblick in den Landschaften. Aber obwohl wir ihnen eigentlich ziemlich häufig begegnen, wissen viele Menschen kaum etwas über diese Tiere. Gänse und Enten sind interessante Individuen, die auf ihre Gefährten achten und starke Bindungen mit ihren Partnern und Jungen eingehen. Lesen Sie weiter, um mehr zu erfahren.
Gänse: Eine Lektion in Sachen Familienwerte

Gänse sind ihren Familien gegenüber sehr loyal: Sie wählen einen Partner auf Lebenszeit und gehen mit ihrem Partner und den Kindern sehr beschützerisch um. Wird der Partner einer Gans oder werden die Kinder krank oder verletzen sich, weigert die Gans sich häufig, ihnen von der Seite zu weichen, selbst wenn der Winter naht und die anderen Gänse ihrer Gruppe in den Süden fliegen. Diejenigen, die einmal Zeit damit zugebracht haben, Gänse zu beobachten, berichten, dass sie genauso Gefühle empfinden wie wir: Wird der Partner einer Gans getötet oder werden ihre Eier zerstört, zieht sie sich von der Gruppe der übrigen Gänse zurück, während sie trauert. Ist ihr Partner gestorben, verbringen manche Gänse den gesamten Rest ihres Lebens als Witwen/Witwer und weigern sich, sich erneut zu paaren. Und das kann eine lange Zeit sein, denn Gänse leben bis zu 25 Jahre lang. Gänse lieben es, ihr Gefieder zu putzen, nach Futter zu graben im Gras und Zweige, Rinde und Blätter zu sammeln, um ihre Nester noch kuscheliger zu machen. Sie legen einmal im Jahr im Frühling Eier, und die weibliche Gans brütet sie 30 Tage lang aus, während ihr Lebensgefährte ihr gut verborgenes Heim bewacht. Und ihrer loyalen Natur entsprechend, mögen Gänse jedes Jahr wieder dasselbe Nest benutzen, falls möglich.

Eine Lektion in Teamwork

Mehrere Gänsefamilien finden sich zusammen, um eine größere Gruppe zu bilden, die man als Schar bezeichnet. Diese Zahlenstärke kommt ihnen zugute, wenn sie lange Entfernungen fliegen. So schützen sie nicht nur ihre eigenen Familien, sondern die Gänse geben auch aufeinander Acht in ihrer Schar: Wird eine Gans während des Fluges abgeschossen, bleiben einige der anderen Gänse zurück, um nach ihrem verletzten Freund zu schauen.

Gänse sind Meister im Fliegen, die Tausende von Kilometern während ihrer jährlichen Züge zurücklegen können, und sie fliegen in der charakteristischen V-Formation, so dass die Gänse vorne den Luftwiderstand für die hinten verringern. Diese erstaunliche Windschneidetechnik hilft den Gänsen, in der Gruppe etwa 70 Prozent weiter zu fliegen, als sie es einzeln schaffen würden. Die Gänse rotieren von vorne nach hinten, wenn sie müde werden, und diejenigen, die hinten sind, schreien, um die Führer anzufeuern. Gänse verfügen über ein langes Gedächtnis, und sie setzen ihnen vertraute landschaftliche Merkmale und die Sterne ein, um sich bei ihren jährlichen Zügen zu orientieren.

Fabelhafte Enten

©Ilona Martin/Pixelio.de

Enten sind mitteilsame, soziale Tiere, die sich am wohlsten fühlen, wenn sie sich in der Gesellschaft einer größeren Gruppe anderer Enten befinden. Sie verbringen ihre Tage damit, Futter im Gras oder in flachen Gewässern zu suchen, und sie schlafen nachts gemeinsam mit ihrer Gruppe. Enten sind penibel reinliche Tiere, die ihre Nester frei von Abfall und Dreck halten, und sie lieben es, ihr Gefieder zu putzen und ihr wundervolles Federkleid für potentielle Lebensgefährten zur Schau zu stellen. In der Natur können sie 10 Jahre alt werden.

Enten sind Meister im Schwimmen und Fliegen, und sie können jährlich Hunderte von Kilometern während ihrer Züge zurücklegen. Sie fliegen aus Gründen des Schutzes und des verringerten Luftwiderstandes in Formation und können Fluggeschwindigkeiten von bis zu 90 Kilometern pro Stunde erreichen!

Enten setzen Stimmlaute und Körpersprache zur Kommunikation ein. Wissenschaftler an der Middlesex University in Großbritannien berichteten kürzlich, dass Enten sogar über regionale Akzente verfügen, genau wie Menschen! Diese Wissenschaftler stellten fest, dass Stadtenten eher einen “schreiendes” Quaken einsetzen, damit andere Enten sie auch noch trotz all der Betriebsamkeit vernehmen, während Enten vom Lande über eine weichere, sanftere Stimme verfügen.

Gänse und Enten

Während die meisten Leute nicht an Enten und Gänse denken, wenn von Tierquälerei bei Nutztieren die Rede ist, so behandeln doch die Fleisch- und Foie gras-Industrien die Tiere ganz entsetzlich. Enten, die ihres Fleisches wegen aufgezogen werden, verbringen ihr gesamtes Leben eingepfercht in dreckige, dunkle Hallen, wo man ihnen alles vorenthält, das natürlich für sie ist: Sie können niemals schwimmen, die Sonne auf ihrem Rücken spüren, frische Luft atmen oder eine Familie aufziehen. Die entsetzliche Beengtheit in dieser Intensivhaltung führt zu kräftezehrenden Verletzungen und Krankheiten.

Das unbekannte Leben der Fische

©Peta

Dr. Sylvia Earle, eine der weltführenden Meeresbiologen, meint: “Ich esse niemals jemanden, den ich persönlich kenne. Ich würde genauso wenig absichtlich einen Barsch essen wie einen Cocker Spaniel. Sie sind so gutmütig, so neugierig. Wissen Sie, Fische sind so sensibel, haben eine Persönlichkeit, und es tut ihnen weh, wenn man sie verletzt.”

Viele Menschen haben sich nie die Mühe gemacht, einmal darüber nachzudenken, aber Fische sind clevere, interessante Tiere mit einer eigenen einzigartigen Persönlichkeit—genau wie die Hunde und Katzen, die wir zu unserer Familie zählen. Wussten Sie zum Beispiel, dass Fische lernen können, nicht in ein Netz zu geraten, indem sie andere Fische ihres Schwarms beobachten, und dass sie einzelne “Schwarm-Kumpel” erkennen? Manche Fische sammeln Informationen, indem sie andere belauschen, und andere wiederum—wie South African fish, die Eier auf Blätter legen, um sie so an einen sicheren Ort zu tragen—benutzen sogar Werkzeuge.

Eine kürzlich erschienene Ausgabe von “Fish and Fisheries”, die sich dem Lernen widmete, zitierte mehr als 500 wissenschaftliche Dokumente zur Intelligenz von Fischen, die belegen, dass Fische klug sind, Werkzeuge benutzen können und über ein eindrucksvolles Langzeitgedächtnis sowie ausgeklügelte Sozialstrukturen verfügen.

Wissenschaftler lernen immer mehr über unsere flossigen Freunde, und was sie herausfinden, ist absolut faszinierend:Culum Brown, ein Biologe der Universität von Edinburgh, der sich mit der Evolution der Wahrnehmung von Fischen befasst, meint: “Fische sind intelligenter als sie erscheinen. In vielen Bereichen, wie z.B. dem Gedächtnis, erreichen oder überschreiten ihre kognitiven Fähigkeiten sogar die von ‘höheren’ Wirbeltieren, darunter auch nicht-menschliche Primaten.” Ihr Langzeitgedächtnis hilft Fischen, komplexe soziale Beziehungen nachzuvollziehen. Ihr räumliches Erinnerungsvermögen—”das in jeder Hinsicht dem von anderen Wirbeltieren gleicht”—ermöglicht es ihnen, sich kognitiv Landkarten zu erstellen, die sie durch die Gewässer geleiten, wobei sie sich die Polarisation des Lichts, Geräusche, Gerüche und optische Geländemerkmale zunutzen machen. Dr. Phil Gee, ein Psychologe der Universität von Plymouth, ist der Ansicht, dass Fische angeben können, welche Tageszeit wir gerade haben, und er trainierte Fische, Futter zu entnehmen, indem sie zu bestimmten Zeiten einen Hebel drücken. Er meint: “Fische haben eine Gedächtnisspanne von mindestens drei Monaten”, und sie “sind vermutlich imstande, sich Veränderungen ihrer Umgebung anzupassen genau wie andere Kleintiere und Vögel.”

Hättest Du’s gewußt?

Fische sprechen miteinander mit Quietsch- und Quieklauten und anderen Geräuschen im Niederfrequenzbereich, die Menschen nur mit Spezialinstrumenten hören können. Fische lieben es, berührt zu werden, und reiben sich oft sanft aneinander—so wie eine Katze, die einem gerne um die Beine streicht. Einige Fische halten sich gut gepflegte Gärten, um das Wachstum von wohlschmeckenden Algen zu fördern und solche Arten fernzuhalten, die sie nicht mögen. Wie Vögel bauen auch viele Fische Nester, um ihre Jungen großzuziehen.Andere wiederum sammeln kleine Steinchen vom Meeresboden, um Verstecke zu bauen, in denen sie nisten können.

Manche Fische umgarnen potentielle Partner, indem sie sie ansingen, und männliche Sand-Meergrundeln (sand gobies), winzige Fischchen, die entlang der europäischen Küste leben, übernehmen die Rolle von “Mutti”, bauen und bewachen Nester und befächeln die Eier mit ihren Flossen, um so einen Strom mit frischem, sauerstoffhaltigem Wasser zu erzeugen.

Am Haken hängen, tut weh!

©Peta

Eine zwei Jahre dauernde Studie an der Edinburgh University und dem Roslin Institut in Großbritannien wies nach, was viele Meeresbiologen bereits seit Jahren sagen: Fische fühlen Schmerz genau wie alle anderen Tiere. Anglern wird es sicher nicht gefallen, mal darüber nachzudenken, aber Fische leiden, wenn man ihnen den Mund durchspießt und sie in eine Umgebung zieht, in der sie nicht atmen können. Dazu Dr. Lynne Sneddon, die die neueste Studie leitete: “Es ist wirklich eine Frage der Ethik. Ist dir das Angeln wichtiger als der Schmerz, der dem Fisch zugefügt wird?”

Fische leiden entsetzlich auf ihrem Weg vom Meer zum Supermarkt. Kommerzielle Fischerboote verwenden riesige Netze, von denen sich manche über Kilometer erstrecken, und die alles und jeden aufnehmen, der ihnen in die Quere kommt. Fische, die aus den Netzen geholt werden, haben von dem Schleifen über Felsen und Müll und gegen andere mit ihnen gefangene Fische häufig die gesamte Haut abgeschrabbt bis aufs rohe Fleisch.

Fischfleisch ist häufig verseucht mit Quecksilber (das Gehirnschäden verursachen kann) und toxischen Chemikalien wie DDT, PCBs und Dioxin (die mit Krebs, Störungen des Nervensystems und Schädigung des Fötus in Zusammenhang gebracht wurden), sowie Krankheiten verursachenden Bakterien. Warum also nicht mal pflanzliche Fisch-Ersatzprodukte versuchen? Vegetarische Produkte wie Käpt’n Tofu (“Fischstäbchen”) schmecken wirklich “echt” und echt gut—aber ohne die Grausamkeiten und Schadstoffe.

Quelle: Peta Deutschland e.V.

Symbiose-onlinde.de 2011 - Powered by WordPress - Aeros Theme