Der ökologische Fußabdruck…
…und was es mit ihm auf sich hat:
Den wenigsten Menschen ist bewusst, dass Reichtum und Armut sich gegenseitig
bedingen, dass der reichere Teil der Weltbevölkerung auf Kosten der Armen lebt. Vor allem die Industrieländer schädigen die Umwelt erheblich, und erst in letzter Zeit machen wir uns zunehmend Gedanken über die fatalen Folgen, die daraus erwachsen. Der Klimawandel ist nur ein Beispiel dafür. Wie sehr Umweltzerstörung und Wohlstand zusammenhängen, zeigt eine Aussage des amerikanischen Umweltforschers Stephen Pacala: Er ist der Meinung, dass die 500 Millionen reichsten Menschen der Erde nahezu alleine für den Klimawandel verantwortlich sind. Tatsache ist, dass in den meisten Fällen größerer Reichtum auch mehr zur Umweltzerstörung beiträgt. Messen kann man das mithilfe des sogenannten „ökologischen Fußabdrucks“, den jeder Mensch auf der Erde hinterlässt. Was heißt das? Wenn man den produktiv nutzbaren Teil der Erde gerecht unter allen Menschen aufteilen würde, dann hätte jeder Mensch ungefähr 1,8 Hektar (18000 Quadratmeter/ca. zweieinhalb Fußballfelder) zur Verfügung, um alle seine Bedürfnisse zu decken. Für die Ermittlung des ökologischen Fußabdruckes wird nun der eigene Verbrauch von Energie. Von Rohstoffen, Lebensmittel, Wasser usw. in die Fläche umgerechnet, die für deren Hervorbringung und Produktion nötig ist. Man kann zum Beispiel ausrechnen, wie viel Anbaufläche gebraucht wird, um ein Kilo Getreide herzustellen. Es lässt sich ebenfalls ermitteln, welcher Energieaufwand etwa zur Produktion von einem Kilo Rindfleisch nötig ist oder um eine Wohnung zu heizen. Dieser Energieverbrauch wird nun von Wissenschaftler/innen in Waldfläche umgerechnet. Die Waldfläche ist dann genauso groß, dass sie das Kohlendioxid, das durch die Energieerzeugung freigesetzt wurde, aus der Atmosphäre entfernen kann.
Zurück zum Ausgangspunkt: Theoretisch hätte also jeder 1,8 Hektar für seinen ökologischen Fußabdruck zur Verfügung. Tatsächlich verbrauchen wir aber im Schnitt 2,2 Hektar pro Person. Das heißt, die Menschheut lebt so, als wäre die Erde um ein Viertel größer. Wir haben aber nur diese Erde. Je mehr wir verbrauchen, desto schneller machen wir sie kaputt. Dabei gibt es große Unterschiede: Jeder Inder und jede Inderin nutzt nämlich im Durchschnitt weniger als einen Hektar. Wenn alle so leben würden wie die Bevölkerung Indiens, würde uns eine halbe Erde reichen. (Armut hin oder her, in Indien leben über 1 Milliarde Menschen, während in Deutschland 80 Millionen Leben und wir verbrauchen 2 ¾-mal die Erde im Schnitt! Und Indien, wie gesagt, eine halbe.) In Europa beträgt der ökologische Fußabdruck 4,7 Hektar pro Person – bei unserer Lebensweise bräuchten wir mehr als zweieinhalb Erden, um langfristig überleben zu können. Wäre der Verbrauch überall so hoch wie in den USA, bräuchte die Menschheit fünfeinhalb Erden zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse. Die aus dem ökologischen Fußabdruck berechnete Fläche, die einem einzelnen Flug von Europa nach Indien entspricht, könnte eine dort lebende Familie ein Jahr lang ernähren. Die Frage der Verteilung des Reichtums ist also im Wesentlichen auch eine Umweltfrage. Würden alle so leben, wie wir es in den reichen Ländern gewohnt sind, wäre die Erde wahrscheinlich innerhalb kürzester zeit „Verbraucht“!
Klicke hier um zu sehen wer wie viele “Erden” verbraucht.
Quelle: Buch: “Uns gehört die Welt” →UnsdieWelt.com
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Ein interessante These! Armut und Reichtum bringen die meisten gar nicht erst mit Nachhaltigkeit in Verbindung. Wirf mal einen Blick auf die Grafik:
http://www.nwzonline.de/index_aktuelles_spezial_infografik.php?grafik=oekologischer_fussabdruck
Vor allem die ökologischen Fußabdrücke nach Ländern sind sehr anschaulich dargestellt. Ich hätte die USA viel weiter vorn vermutet..