Am Anfang war: Das Ei!
Klare Angelegenheit: Ebenso wie weibliche Rinder nicht “einfach so” Milch geben, denn erst nach der Geburt des ersten Kalbes fließt die Muttermilch für dessen Ernährung, so erfüllt auch das Legen von Eiern bei Hühnern eine fortpflanzungsbezogene Aufgabe. Hühner legen ihre Eier nicht zum Spaß, sondern zur Fortführung der eigenen Art. Dabei ist es so, dass männliche Hühner, also Hähne, keine Eier legen können. Sie befruchten lediglich mit ihren Spermien die Dotterkugeln im Eileitertrichter der Hennen, was schließlich dazu führt, dass aus befruchteten Eiern später Küken schlüpfen – Küken, die für ein hart gekochtes Frühstücksei allerdings niemand braucht. Merkwürdig? Dann sehen wir uns die Lage etwas genauer an:
Die “landwirtschaftliche Nutzung” von Hühnern brachte speziell gezüchtete ‘Legerassen’ mit sich, deren weibliche Exemplare, so genannte “Legehennen”, in besonderem Maße fortwährend Eier legen [müssen]. Die Eier macht sich der Mensch anschließend zu eigen, um sie z.B. als Rühreier zu verbraten oder in Kuchenteig unterzumischen. Die eigentliche und natürliche Aufgabe des Eierlegens – Fortpflanzung – spielt sodann bei der “Ei-Produktion” keine Rolle mehr, sofern die zum Legen vorbestimmten Hennen erstmal ihre lebenslange Knechtschaft angetreten haben.
Eine bemerkenswerte Begleiterscheinung der Ei-Produktion ist dabei, dass die Legehenne als solche zuvor logischerweise auch aus einem Ei geschlüpft sein muss. In Deutschland wurden im Jahr 2007 nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) etwa 41,1 Millionen Legehennen gehalten [*1]. Was aber oftmals im wahrsten Sinne des Wortes “unter den Tisch fällt”: Die Hälfte der Küken des ‘Legehennen-Schlupfs’ sind männlichen Geschlechts. Neben den Legehennen gibt es also fast gleich viele männliche Geschwister, in Deutschland über 40 Millionen männliche Küken pro Jahr, die zusammen mit ihren Schwestern ausgebrütet werden. Da männliche Vögel jedoch keine Eier legen, sind diese ‘nebenbei’ geschlüpften Küken für die Ei-Produktion praktisch wertlos. Für die Mast, also für “Fleischproduktion”, sind sie gleichfalls uninteressant, weil es eigens für diesen Zweck gezüchtete ‘Mastrassen’ gibt, die enorm viel “Fleisch-Masse” in enorm Kurzer Zeit ansetzen. … so what???
Weil sich Unwirtschaftlichkeit bekanntlich nicht lohnt, werden die unnützen männlichen Küken aus der Legehennenproduktion aussortiert [gesext] und anschließend vernichtet. Die Methoden der Küken-Vernichtung variieren zwischen Ersticken, Zerstückeln und Zermusen – mit gleich bleibendem Resultat: Es entstehen Leichenberge toter Küken.
Die weiblichen Geschwister der getöteten männlichen Küken aus den Legelinien hingegen verbringen ihre relativ kurze Lebenszeit in Form von “Legezeit” meist in speziellen Betrieben, die die Produktion von Hühnereiern als primäres wirtschaftliches Ziel ‘prozessoptimiert’ haben. Ein in diesen gewinnoptimierten Produktionsprozess hinein-geborenes bzw. hinein-geschlüpftes Huhn legt nicht, wie seine frei lebenden Verwandten, nur wenige Eier im Jahr für die eigene Fortpflanzung, sondern unablässig viele Eier. Es entspricht dem ihm vom Menschen zugewiesenen Zweck. Bedingt durch zielgerichtete Zuchtergebnisse und dosierte äußerliche Reize, wie z.B. intensive künstliche Beleuchtung oder das permanente Entnehmen der Eier, werden “Legehennen” dazu gedrängt, so viele Eier zu legen wie praktisch möglich. Eine ‘deutsche’ Legehenne legte 2007 statistisch erhoben 285 Eier [*1]. Im selben Jahr belief sich in Deutschland die Gesamtzahl der [für den Konsum produzierten] Eier auf knapp 11,8 Milliarden Stück. [*1].
Je nachvollziehbarer die tödlichen und leidbehafteten Umstände sind, die z.B. ein normales Frühstücksei mit sich bringt, desto weniger scheinen diese Umstände im alltäglichen Bewusstsein der Konsumenten präsent zu sein. Nur so lässt sich die extrem hohe Zahl an verbrauchten Individuen und produzierten Eiern erklären. Gleichwohl sind auch Bio-, Öko-, Freiland- oder Bodenhaltung mit der Vernichtung von männlichen Küken verkettet. Quelle: Soylent-Network.com

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